Handytarife in Österreich im Vergleich

mann telefoniertSchon im Jahr 2010 lag die Handydichte in Österreich bei 137 Prozent. Die Zahl der Handykunden belief sich auf über 11 Millionen. Laut Statistik besitzt somit jeder Mensch in Österreich ein Handy. Manche sogar zwei und einige drei. Diese Handydichte katapultiert Österreich europaweit in puncto Mobilfunkmarkt ins Spitzenfeld.

Der Markt ist vergleichsweise leicht durchschaubar – dennoch telefonieren, surfen, mailen und simsen zahlreiche Österreicher teurer, als sie müssten. Ein Handytarife Vergleich bringt Licht ins Dunkel.

Was ist ein Handytarif?

Ein Handytarif kann als eine Beschreibung aller Bedingungen definiert werden, die der Mobiltelefon-Nutzung zugrunde liegen. Der Handytarif gilt somit neben den AGB als die wichtigste Leistungsbeschreibung der Mobilfunk-Anbieter (Provider). Ein Handytarif umfasst explizit

  • den Preis
  • die Gestaltung
  • die Laufzeit
  • und die Verfügbarkeit

der einzelnen Leistungen eines Anbieters. Zu den Diensten, die in einem typischen Handytarif beschrieben sind, zählen mitunter Sprachanrufe, Kurznachrichten (SMS), Multimedianachrichten (MMS), Sprachanrufe zu Sonderrufnummern und zum Anrufbeantworter oder auch Sprachanrufe aus fremden Mobilfunknetzen (Roaming).

Welche Tarifarten gibt es?

tarife vergleichenGrundsätzlich kann nur individuell festgelegt werden, welcher Handytarif welches Anbieters der beste ist. Entscheidend sind die Bedürfnisse des Nutzers, die sehr voneinander abweichen können. Der eine nutzt das Handy nur, um zu telefonieren und eventuell einige SMS pro Monat zu schreiben, der andere möchte mit seinem Smartphone tagtäglich im Netz surfen.

Aus diesem Grunde gibt es unterschiedliche Tarifarten. Die Klassifikation der verschiedenen Tarife ist davon abhängig, ob der Mobilfunk-Kunde seine Rechnung vor oder nach der Nutzung zahlt und ob die Nutzungsentgelte für das jeweilige Nutzungsprofil weitestgehend fix oder variabel sind. In diesem Sinne gibt es folgende Tarifarten:

  • Guthaben-Tarife: Bezahlt der Nutzer im Vorhinein, wird von Guthaben- oder Prepaid-Tarifen gesprochen. In der Regel sind diese durch eine fehlende Vertragslaufzeit gekennzeichnet.
  • Laufzeit-Tarife: Bei einem Vertrag mit Laufzeit (Laufzeit- oder Postpaid-Verträge) wird zum Ende eines Abrechnungszeitraums durch Bankeinzug bezahlt.
  • Flatrate: Hierbei handelt es sich in der Regel um Laufzeit-Tarife, die keine variablen Gesprächsgebühren oder Datennutzungsgebühren verursachen.
  • Discount-Tarife: Sie können sowohl per Guthaben als auch per Laufzeit geregelt sein. Es gibt keine Mindestvertragslaufzeit und keine monatliche Grundgebühr. Mobilfunk-Discounter bieten auch Flatrates an.

Österreich hat nur noch drei Mobilfunknetze

Seit der Netzzusammenlegung von Orange und Drei im Jahr 2013 gibt es in Österreich nur noch drei Mobilfunkgesellschaften mit eigenem GSM- und UMTS-Netz (inkl. vorangestellter Vorwahl für das Netz), nämlich

  • A1 (A1 Telekom Austria)
  • T-Mobile (T-Mobile Austria)
  • Drei (Hutchison Drei Austria GmbH).

 

Des Weiteren gibt es Anbieter von Mobilfunktarifen ohne eigene Netzinfrastruktur (Reseller/Brands), wie YESSS! oder eaty, und sogenannte unechte Mobilfunkgesellschaften, also Marken von Mobilfunkgesellschaften, wie rele.ring (T-Mobile Austria) oder bob (A1 Telekom Austria).

Den Handytarif vergleichen und den individuellen Bedürfnissen anpassen

Welcher Handytarif passt nun optimal zu den persönlichen Bedürfnissen? Diese Frage schreit nach einer Antwort, sofern der Preis eine Rolle spielt – was ja in der Regel gegeben ist. In diesem Sinne gilt es zu ergründen, welches Nutzerverhalten an den Tag gelegt wird.

  • Wie ist es um den durchschnittlichen monatlichen Verbrauch bestimmt?
  • Wie viele Minuten wird pro Monat telefoniert?
  • In welchen Netzen erfolgen die meisten Telefonate?
  • Wird häufig ins Ausland telefoniert?
  • Wie viele SMS werden versendet?
  • Möchte man via Handy auch das Internet nutzen, wenn ja, nur ab und zu oder häufig?
  • Besteht ein Interesse an einer hohen Geschwindigkeit?
  • Soll die Geschwindigkeit gedrosselt werden können?
  • Wird ein neues Handy benötigt?
  • Wie jung ist der Nutzer (Jugendtarife)?
  • Besteht bereits ein Festnetzvertrag?
  • Sollen Schwankungen im Verbrauch Berücksichtigung finden?

Mobilfunktarife mit oder ohne Vertrag?

internet am handyIn Österreich ist es möglich, einen Handytarif mit oder ohne Vertrag auszuwählen. Der relevanteste Vorteil von einem Angebot mit Vertrag ist, dass der Kunde das Handy bzw. Smartphone gratis oder deutlich günstiger als im Geschäft dazu erhält. Es sollte deswegen abgewogen werden, welches Mobilfunkgerät den persönlichen Ansprüchen gerecht wird. Ein Vergleich der Handytarife und Anbieter sorgt für Klarheit. Handyverträge weisen jedoch auch einen großen Nachteil auf, nämlich die Bindung. Der Vertrag kann erst nach einer Mindestvertragslaufzeit aufgelöst werden.

Der Kunde ist somit an den Vertrag gebunden, auch wenn längst günstigere Angebote den Markt dominieren. In Bezug auf Handytarife ohne Vertrag haben sich in den vergangenen Jahren sowohl „yesss!“ als auch „Telering“ einen Namen gemacht. Es werden attraktive Tarife ohne Vertragsbindung angeboten – allerdings ohne dazugehöriges Handy. Für Vielsurfer gilt „Telering“ als der interessanteste Anbieter, da die Tochter von T-Mobile 2000 MB Daten-Volumen zur Verfügung stellt.

Jedes Netz hat seine Stärken und Schwächen

mann mit smartphoneEs gibt einen Fehler, der in Österreich häufig vorkommt. Dieser liegt darin, dass der Vergleich der Handytarife gescheut wird. Einerseits spielt hierbei Bequemlichkeit eine Rolle, andererseits mangelt es schlichtweg an den notwendigen Informationen. Oft wird dem bestehenden Anbieter derart viel Vertrauen entgegengebracht, dass ein Wechsel gar nicht ins Auge gefasst wird. Dazu kommt, dass die Welt der Handytarife als unglaublich schnelllebig bezeichnet werden muss. Es werden quasi im Wochenrhythmus neue Handytarife auf den Markt gebracht und alte beendet.

Wie bereits Erwähnung gefunden hat, gibt es in Österreich nur mehr drei physikalische Netzanbieter – also Unternehmen, die ihre eigene Infrastruktur betreiben. Dafür sind deutlich mehr virtuelle Anbieter zu verzeichnen, die sich in ein physisches Netz einmieten. Jedes Netz hat seine Stärken und Schwächen – die Wahl des Anbieters hängt demnach in erster Linie von den individuellen Interessen, aber auch vom Standort ab. Es kommt nach wie vor vor, dass ein Anbieter an bestimmten Stellen kein Signal liefern kann, ein Mitbewerber jedoch den besten Empfang bietet. Folgende Faktoren sollten bei der Wahl des Anbieters ebenfalls berücksichtigt werden:

 

  • Kann der Kundendienst bei Problemen oder Fragen überzeugen?
  • Ist das Netz des Anbieters an den relevanten Stellen gut ausgebaut?
  • Werden zusätzliche Services angeboten?
  • Konnte der bisherige Anbieter alle Erwartungen erfüllen?

Handytarif Vergleich im Internet

Wer einen Handytarif Vergleich durchführen möchte, findet im Internet Rat und Hilfe. Sogenannte Tarifrechner werden online meist kostenlos angeboten, sodass nichts verloren, dafür aber Geld in Form von Einsparungen gewonnen werden kann. Derartige Vergleichsrechner werden im Web häufig zur Verfügung gestellt und sind einfach zu bedienen. Der Nutzer muss lediglich einige Angaben machen, beispielsweise in Bezug auf den monatlichen Verbrauch, den Rest erledigt der Tarifrechner ganz von alleine. In Kürze werden all jene Anbieter bzw. deren Tarife aufgelistet, die am besten mit dem persönlichen Nutzerverhalten harmonieren. Drei, S-Budget-Mobile und Telering warten zurzeit mit richtig attraktiven Preisen auf, bezogen auf Tarife, die 1000 Freiminuten, 1000 Gratis-SMS und 1000 MB Datenvolumen inkludieren. Es folgen einige Tarif-Beispiele.

S-Budget-Mobile “Börserl 3000 Vol.2”

Spar schafft es mit seinem Tarif S-Budget-Mobile „Börserl 3000 Vol. 2“ nicht ohne Grund in die Topranking der besten Handytarife Österreichs. Grundsätzlich entspricht dieser Tarif dem ehemaligen “yesss! complete”. Zum Preis von 8,80 Euro pro Monat werden 1000 Freiminuten, 1000 SMS und 1000 MB geboten. Das Startpaket kostet einmalig 14,90 Euro. Der Netzanbieter, der hinter den Spar-Tarifen steckt, ist T-Mobile. Wird der Tarif länger als 4 Monate nicht genutzt, fällt eine SIM-Aktivitätspauschale in Höhe von 0,50 Euro an.

Telering mit „Max Pur“

Aufgrund von Preiserhöhungen bei yesss! und bob und einer Tarifänderung bei Ge-org! hat es Telering mit seinem Tarif „Max Pur“ wieder in die Bestenliste geschafft. Geboten werden 1500 Freiminuten, 1500 SMS und 1500 MB Datenvolumen innerhalb Österreichs zum Preis von 10 Euro pro Monat – die Anmeldung muss allerdings bis Mitte Mai 2014 erfolgen. Smartphone ist bei dem Angebot keines enthalten, muss bei Bedarf also im freien Handel erworben werden.

Drei mit „Hallo SIM M“

Auch Drei nimmt zurzeit eine führende Position in den Bestenlisten ein. Der Konkurrent A1 und seine Preiserhöhungen haben viel dazu beigetragen. Zum Preis von 10 Euro pro Monat verspricht der Tarif „Hallo SIM M“ 1500 Freiminuten, 1000 SMS sowie 2000 MB Datenvolumen. Drei verlangt jetzt aber auch bei diesem Tarif eine Aktivierungsgebühr von 49 Euro und ist somit grundsätzlich teurer geworden. Im Vergleich zu Telering liefert Drei dafür etwas mehr Datenvolumen. Welches Netz das ideale ist, hängt natürlich vom Ausbau in der jeweiligen Region ab.

Bob mit „smartbob XL“

Auch der Tarif „smartbob XL“ weiß zu überzeugen. Auf SIM-Pauschale, Aktivierungsgebühr und Bindung kann verzichtet werden. Die monatliche Grundgebühr beträgt 19,90 Euro.  Inkludierte sind 2000 Minuten in alle Netze österreichweit und 2000 SMS in alle Netze österreichweit. Das Datenvolumen umfasst österreichweit 2000 MB. Jede weitere Minute in alle Netze kostet 6,8 Cent, jede weitere SMS in alle Netze 6,8 Cent und jedes weitere angefangene GB 5 Euro.

Kündigung eines bestehenden Vertrages

Viele Verbraucher scheuen davor zurück, sich für einen anderen Anbieter zu entscheiden, da der Gedanke an eine Kündigung mit Kopfzerbrechen einhergeht. Tausend Fragen sorgen für Unmut. Und es tauchen Bedenken auf. Dahingehend kann aber nicht oft genug darauf hingewiesen werden, dass eine Kündigung in der Regel kein großes Problem darstellt. Dennoch ist es wichtig zu eruieren, welche Fristen eingehalten werden müssen und welche Voraussetzungen gelten. Zuerst muss also abgeklärt werden, wann gekündigt werden kann. Die Vertragslaufzeit ist ausschlaggebend – sie beläuft sich meist auf 24 Monate. Es gibt aber auch Handytarife mit 12 oder 36 Monaten Laufzeit. Hier wird klar, dass immer erst dann eine Unterschrift unter einen Vertrag gesetzt werden sollte, wenn Klarheit darüber herrscht, wie lange man sich an einen Mobilfunkbetreiber bindet. Die Laufzeit kann in der Regel nicht verkürzt werden. In Folge müssen die Fristen gecheckt werden. In Österreich muss die Kündigung mindestens drei Monate vor Vertragsende abgeschickt werden. Je früher, umso besser. In puncto Kündigung sollte stets die schriftliche Form gewählt und eine Kündigungsbestätigung angefordert werden.

Kündigung im Überblick:

  • Laufzeit überprüfen
  • Kündigungsfrist (drei Monate) einhalten
  • Kündigungsbestätigung anfordern